Rund um den Wein
Es begann mit den Kelten. Was immer die Kelten an der Mosel gereizt haben mag – das Klima, die Landschaft, der fischreiche Fluss – sie waren die ersten, die sich am Moselufer niederließen. Die detaillierte Geschichte des Weinbaus geht natürlich auf die Römer zurück. Caesar zieht um 50 v. Chr. auf seinem siegreichen Feldzug gegen Gallien durch das Moseltal. Ein paar Jahrzehnte später entsteht Augusta Treverorum, das heutige Trier.
Bis zur ersten Zerstörung Triers durch die Franken fühlte sich die Rebe an der Mosel schon recht wohl. Die Römer hatten sie aus Marseille mitgebracht. 371 besangen sie schon den “duftenden Bacchus”. Und Kaiser Probus “decredierte” das erste Weingesetz.
Die zahlreichen Ausgrabungen mit Motiven des Weinbaues geschmückten Gegenständen und die Funde von Weinbergsgeräten aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert bezeugen, dass der Weinbau zu dieser Zeit bei uns bereits hohes Ansehen genoss, in seinen Anfängen also schon ins 1. Jahrhundert datiert werden darf.
Ein wichtiger Markstein in der Geschichte des Moselweinbaus stellt das Jahr 1787 dar. Clemens Wenzeslaus, der letzte amtierende Kurfürst von Trier, verordnete eine Umstellung des Rebenanbaues auf Riesling.
Neben dem immer stärker werdenden Fremdenverkehr ist der Weinbau heute zum größten Wirtschaftsfaktor der Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues geworden. Auf ca. 2.188 ha Rebfläche wird hier an erster Stelle mit ca. 70 % in den Steilhängen der robuste Riesling angebaut. Es folgt an zweiter Stelle mit 20 % die Müller-Thurgau-Rebe, welche vor allem in den Tallagen angebaut wird. Etwa 10 % machen in der Region die Neuzüchtungen der angebauten Rebsorten aus. Zum Beispiel: Bacchus, Kerner, Optima und Reichensteiner.
Die Rieslingtraube ist von ungewöhnlicher Rasse, Frucht und Frische. Die Bodenverhältnisse der steilen Schieferhänge, die die Wärme speichern und die optimalen Niederschläge schaffen für diese robuste Traubensorte ideale Bedingungen in diesem soweit nördlich gelegenen Weinbaugebiet.
In den Tallagen, wo Müller-Thurgau und die anderen Rebsorten angebaut werden, gibt es überwiegend Lehmboden. Die Frühsorten, wie diese neueren Züchtungen auch genannt werden, sind wesentlich ertragreicher als die Rieslingtraube, werden früher reif und haben einen geringeren Säureanteil.
Auf der schon genannten Anbaufläche von ca. 2.188 ha innerhalb der Region, welche etwa ¼ der gesamten Wein- Anbaufläche Mosel-Saar-Ruwer ausmacht, werden von 1.372 Winzerbetrieben in den Jahren im Durchschnitt ca. 30 Mio. Liter Wein geerntet. 550 Winzerbetriebe sind vollerwerblich im Weinbau tätig. 822 Winzerbetriebe haben einen Nebenverdienst.
